07.02 -13.02.2010
Das erste Etappenziel südlich von Würzburg erreichte ich ohne Komplikationen. Obwohl mich mein Mechaniker vor einer langen Autobahnfahrt gewarnt hat, habe ich es doch gewagt. Um den Motor nicht zu überhitzen, habe ich sehr oft Pause gemacht. Auf den Rastplätzen wurde ich wegen des Autos und meiner Mission angesprochen und habe sehr viel Zustimmung, Wohlwollen und gute Wünsche mit auf den Weg bekommen.
Auf der Strecke haben mich mehrere Fahrzeuge langsam überholt, weil der Beifahrer unbedingt ein Foto schießen musste. Da meine Reisegeschwindigkeit 80km/h nicht überschreitet, bin ich für viele LKWs eine Bremse. Wenn es nötig ist, fahre ich dann auf dem Standstreifen und lasse die Fahrzeuge vorbei. Nach einem Tag Pause ging es dann am Dienstag weiter Richtung Zürich.
Dort habe ich die AIDS-Hilfe aufgesucht und meine Kontaktdaten hinterlassen. Eine Übernachtung dort und am Mittwoch Aufbruch Richtung Frankreich. Ich bin bis Donnerstagmorgen durchgefahren, einerseits weil alles gut lief und andererseits war in der Nacht das Verkehrsaufkommen sehr viel geringer. Donnerstagmorgen kurz vor Barcelona stand ich dann am Meer. Im dem Radio erklang der Song von ABBA „I have a Dream“. Mir liefen vor Glück Tränen über die Wangen. Es war unbeschreiblich viel Energie in mir.Wegen der horrend hohen Übernachtungspreise in Spanien (50-60 €/Nacht im mittelmäßigen Hotel und immerhin noch 25 € in einer Art Jugendherberge) habe ich die folgenden Nächte immer im Auto verbracht. 3-4 Stunden Schlaf waren möglich. Als Wärmeflasche nutzte ich eine PET- Flasche und füllte sie mit auf dem Kocher erhitztem Wasser. Eine Autobahnmaut ist auch zu entrichten: 1€/10km.
Am Freitag hatte ich die erste Panne. Der ADAC schleppte mich in eine Werkstatt und dort konnte ich das Werkzeug nutzen, um den verstopften Vergaser zu reinigen. An einer Tankstelle hielt zeitgleich mit mir ein spanischer Reisebus an. Die Reisenden strömten zu mir und redeten alle auf einmal auf mich ein. Zum Glück war einer der Mitfahrer des Deutschen mächtig und übernahm die Rolle des Dolmetschers. Viele Fragen wurden gestellt und beantwortet, ich bekam viel Zustimmung, gute Wünsche und Schulterklopfen.
Am Samstagabend erreichte ich Gibraltar! Afrika in Sicht!!! Bis hierher bin ich 3200 km gefahren.
* Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal 2010 auf www.reise-der-hoffnung.info
